Schritt 4: Prüfungen im Griff

So bereitest du dich optimal auf Prüfungen vor

Wie du mit der ABC-Methode Prüfungen in den Griff bekommst

Das Wichtigste in Kürze:

Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern die Vorstellungen und Meinungen von den Dingen.

- Epiktet

Dieses Zitat stammt von einem griechischen Philosophen, der vor etwa 2000 Jahren gelebt hat.

Jetzt denkst du dir bestimmt, dass es etwas merkwürdig ist, das Kapitel über Prüfungsvorbereitung mit einem Satz von einem Mann zu beginnen, der vor so langer Zeit etwas gesagt hat. Spannend an diesem Satz ist, dass er heute genauso gültig ist, wie vor 2000 Jahren. Psychologisch gesehen haben wir Menschen uns also nur sehr wenig verändert.

Warum das nicht so ist und was wir alles daraus für unsere heutige Zeit mitnehmen können, möchte ich dir hier erzählen.

Prüfungen, Tests, Klausuren und auch Referate oder andere mündliche Abfragen lösen in jedem von uns sehr unterschiedliche Gefühle aus. Ist doch auch normal, ist ja schließlich eine anstrengende Situation, denkst du dir jetzt bestimmt.

Epiktet hätte dir geantwortet: Nein, das kann auch ganz anders sein. Denn eine Prüfung, ein Referat oder eine Klausur ist erst einmal nichts, was mit Angst oder Zweifeln oder Stress verbunden sein MUSS. Er würde sogar noch weitergehen und sagen: Wenn du Stress oder Angst in Verbindung mit Prüfungen empfindest, dann machst du dir diese Gefühle selbst.

Die Gefühle selbst so machen? Wie ist das möglich?

In diesem Abschnitt erfährst du einerseits, was du ganz praktisch tun kannst, um dich erfolgreich auf Prüfungen vorzubereiten. Andererseits lernst du eine Methode kennen, die dir helfen kann, deine Gefühle in Bezug auf Prüfungen bewusst zu beeinflussen und wenn du möchtest, sogar zu verändern.

Viele Grundlagen hast du jetzt bereits reflektiert, eingeübt oder in anderen Kapiteln gelesen. So weißt du, wie dein Gehirn besonders gut Informationen speichert und du erfolgreich lernen kannst. Du hast Handwerkszeug für die Oberstufe erlernt, Strategien bei Motivationstiefs und auch weitere Tipps zu Lernumgebungen, Terminplanungen, dem richtigen Arbeitsplatz und der Zusammenarbeit mit Lernpartnern bekommen. All diese Dinge spielen natürlich auch bei der erfolgreichen Prüfungsvorbereitung eine große Rolle.

Los gehts!

Was bedeuten Prüfungen für dich?

Teil I: Vorbereitung und Organisation

Denke ein paar Minuten in Ruhe darüber nach, wie du dich auf Prüfungen vorbereitest. Wie gehst du vor? Hast du eine bestimmte Strategie? Was funktioniert gut? Gibt es etwas, worüber du dich immer wieder ärgerst? Notiere deine Gedanken in Stichpunkten.

Beispiel: Lena erzählt von ihrer Vorbereitung: Ich schaffe es sehr selten, meine Arbeitsblätter gut zu sortieren. Jedes Mal vor einer Klausur fange ich recht spät an, alle Blätter zusammenzusuchen. Darüber ärgere ich mich im Nachhinein sehr oft, denn das führt in der kurzen Zeit bei mir sehr oft zu Stress. Meistens fange ich auch nicht früh genug mit dem Lernen an. Dann weiß ich, dass ich spät dran bin und stelle fest, dass ich es in der kurzen Zeit kaum schaffen werde, alles gründlich zu wiederholen/ zu lernen. Das führt manchmal dazu, dass ich am liebsten in diesem Moment schon aufgeben möchte.

Wie geht es dir so?

Los gehts!

Was bedeuten Prüfungen für dich?

Teil II: Prüfungen und Gefühle

Nachdem du dir Gedanken über deine Arbeitsorganisation gemacht hast, kommen wir jetzt zu deinen Gefühlen. Wie fühlst du dich, wenn du für eine Klausur lernen musst? Welche Gedanken laufen in deinem Kopf ab? Wie fühlst du dich kurz vor und während einer Klausur? Wie fühlst du dich danach?

 

Beispiel: Hannes berichtet von seinen Gefühlen vor, während und nach Klausuren: Meine Vorbereitung läuft meistens nicht so optimal. Ich fange oft nicht rechtzeitig genug an und bin dann zwar schon irgendwie vorbereitet, aber meist nicht so gut, wie ich mir das eigentlich vorgenommen habe. Denn ich würde schon gerne gut in der Schule sein. In der Nacht vor der Klausur schlafe ich meist schlecht, bin dann morgens echt müde und komme nicht gut aus dem Bett. Vor Aufregung kann ich kaum frühstücken. Bis ich mich dann so richtig auf die Klausur einlassen kann, dauert es ein paar Minuten, mein Herz klopft und ich kann den Sinn der Aufgaben manchmal erst gar nicht verstehen. Hinterher bin ich meistens so richtig platt.

 

Wie geht es dir so?

Strategien der Prüfungsvorbereitung

Bei der Bearbeitung der Fragen oben konntest du schon erkennen, dass viel mehr dazu gehört, Prüfungen im Griff zu haben, als man denkt. Und weil die erfolgreiche Bewältigung von Prüfungen sich aus so vielen kleinen Dingen zusammensetzt, die aber alle einzeln für sich genommen einen großen Unterschied machen können, ist es gerade wichtig, alle kleinen Details zu beachten.

Das Schöne dabei ist: Wer sich eine große Aufgabe in viele, gut lösbare Einzelaufgaben unterteilt, schafft es eher, nicht daran zu verzweifeln.

Kennt ihr Beppo, den Straßenkehrer aus dem Roman „Momo“ von Michael Ende? Der gibt den guten Tipp, nicht die lange Straße herunterzusehen und dann zu denken, dass man es bis zum Ende sowieso nicht schafft, diese zu kehren. Im Gegenteil guckt er immer nur vor seine Füße und kehrt die Straße in Ruhe und ohne sich unter Druck zu setzen oder sich damit verrückt zu machen, dass er eine so riesige Aufgabe ja nie im Leben wird schaffen können.

Was wir für uns daraus mitnehmen können?

Wir können uns entweder furchtbar darüber aufregen oder sorgen, dass die vor uns liegende Prüfung zu schwierig oder zu anstrengend ist, oder wir bereiten uns einfach Schritt für Schritt (wie Beppo) darauf vor und sind dann irgendwann, zwar mit einer gewissen Anstrengung, aber ohne viel Stress, Kummer und Sorgen an unser Ziel gekommen.

Eine richtig gute Prüfungsvorbereitung erfolgt letztlich auf drei verschiedenen Ebenen, die ich dir im Folgenden kurz beschreibe und dir einige Tipps gebe, wie du jede Ebene beherzigen kannst. So klappt es bestimmt mit der erfolgreichen Prüfungsvorbereitung!

Ebene 1: Fachliche Prüfungsvorbereitung

Wichtig ist: Wer nicht weiß, was genau er für eine Klausur lernen soll, der neigt dazu, einfach alles oberflächlich zu wiederholen, aber nichts richtig zu lernen oder auch mal anzuwenden. Wenn dir nicht klar ist, was du tun sollst, erkundige dich noch einmal detailliert bei deinen LehrerInnen. Sie sind bestimmt sehr gerne bereit, noch einmal genau darauf einzugehen, welche Themen, Arbeitsblätter oder Seiten im Buch ihr euch noch einmal genauer anschauen solltet.

Ihr bekommt den Klausurplan – und es steht sofort fest, dass die nächsten Wochen nur noch stressig werden? Wie soll das gehen, die Vorbereitung auf so viele Klausuren, der Nebenjob, Freunde, Familie und Zeit für dich? Erstelle dir einen genauen Zeitplan, der alle Klausuren, weitere Termine und Verpflichtungen und auch ausreichend Pausenzeiten und Zeiten für dich enthält, in denen du entspannen und etwas Schönes machen kannst. Das ist besonders wichtig dafür, dass du aufnahmefähig und motiviert bleibst. Auch ausreichender Schlaf fördert die Reorganisation des bereits gelernten Stoffes im Gehirn.

 

Kennst du das auch? Eigentlich dachtest du, dass du dich gut vorbereitet hast und dir die Klausur leichtfallen würde? Und dann liest du die Aufgabenstellung und weißt plötzlich gar nicht, was dein/e LehrerIn von dir will. Es hilft sehr, wenn du dir von älteren Freunden oder Geschwistern alte Klausuren zum Üben besorgst. Oder du fragst deine/n LehrerIn danach. Manchmal stellen LehrerInnen euch vielleicht auch Probeklausuren zur Verfügung und geben euch nach der Bearbeitung der Probeklausur auch noch den Erwartungshorizont dazu. Dort kannst du dir die Wortwahl, die Art der Aufgabenstellung und die Anforderungen einmal ganz genau anschauen und testen, ob du auch unter echten Prüfungsbedingungen damit klarkommen würdest. Auch kannst du dem Erwartungshorizont entnehmen, was im Idealfall von dir erwartet werden würde. Daran kannst du dich wirklich sehr gut orientieren!

Manchmal habt ihr einfach echt viele Themen und Texte besprochen. Wie wäre es, wenn ihr euch das Zusammenfassen aufteilt? Das ist insbesondere im Hinblick auf das Abitur sinnvoll. Oder jeder schreibt Fragen auf, die er gerne noch klären würde, und ihr bearbeitet diese zusammen? Oder ihr fragt euch gegenseitig ab? Über das Besprechen der Prüfungsinhalte mit anderen kannst du dir die Themen besser merken, sie anwenden oder weißt hinterher noch genauer, wo du Lücken hast. Außerdem macht das Lernen mit anderen MitschülerInnen Spaß und motiviert. Insgesamt sind das ziemlich viele Pluspunkte – probiere es doch mal aus!

Ebene 2: Körperliche und organisatorische Prüfungsvorbereitung

Versuche, am Klausurtag unnötigen Stress zu vermeiden. Vielleicht packst du deine Tasche wirklich ausnahmsweise am Abend vorher, stehst ein paar Minuten früher auf und nimmst dir Zeit für ein entspanntes Frühstück?

Natürlich solltest du dir für deine Klausur auch etwas zu essen einpacken. Bitte achte darauf, dass du auch gesundes Essen, wie beispielsweise Obst oder Gemüse mitnimmst. Nur Süßigkeiten und andere ungesunde Snacks sind nicht geeignet. Natürlich darfst du auch ein paar „Belohnungs“-Snacks in deine Tasche stecken, zum Beispiel Dinge, die du sehr gerne magst. Insgesamt sollte dein „Klausur-Care-Paket“ aber ausgewogen und gesund gestaltet sein – so bewältigst du die Klausur am besten! Bitte trinke auch ausreichend Wasser und mache nicht den Fehler, deinem Körper nur mit Hilfe von Energydrinks Flüssigkeit zuzuführen. Auch hier könntest du deine Gewohnheiten reflektieren und vielleicht auch positiv verändern. Wie wäre es zum Beispiel mal mit leckeren Smoothies?

Eine letzte Sache, die besonders wichtig ist: Du solltest vor dem Klausurtag versuchen, ausreichend Schlaf zu bekommen. Gehe also relativ früh ins Bett und vermeide alles, was dich besonders aufwühlt. Gehe nicht panisch alle Lernzettel noch einmal durch, sondern nimm dir einen Zeitpunkt vor, an dem du aufhörst dich mit den Inhalten der Klausur oder Prüfung zu beschäftigen und halte dich auch daran. Vertraue darauf, dass sich das Gelernte in der Ruhepause in der Nacht noch einmal in deinem Kopf ordnet und setzt. Je ausgeschlafener du bist und je besser du dich am nächsten Tag fühlst, umso bessere Leistungen kannst du auch erbringen.

Manchmal habt ihr einfach echt viele Themen und Texte besprochen. Wie wäre es, wenn ihr euch das Zusammenfassen aufteilt? Das ist insbesondere im Hinblick auf das Abitur sinnvoll. Oder jeder schreibt Fragen auf, die er gerne noch klären würde, und ihr bearbeitet diese zusammen? Oder ihr fragt euch gegenseitig ab? Über das Besprechen der Prüfungsinhalte mit anderen kannst du dir die Themen besser merken, sie anwenden oder weißt hinterher noch genauer, wo du Lücken hast. Außerdem macht das Lernen mit anderen MitschülerInnen Spaß und motiviert. Insgesamt sind das ziemlich viele Pluspunkte – probiere es doch mal aus!

Ebene 3: Emotionale Prüfungsvorbereitung

Neben allen fachlichen und organisatorischen Dingen – die auch eine sehr große Rolle spielen – kommt es immer mal wieder vor, dass uns Klausuren, Referate oder andere Prüfungen einfach nur stressen. Vielleicht ist es die Angst, zu versagen? Oder das Gefühl, nicht gut genug für die neue Schule zu sein? Das Gefühl, dass alle anderen im Kurs viel besser sind? Oder das Gefühl, schon während der Vorbereitung so überwältigt von der Masse der Inhalte zu sein, dass man sich lieber mit anderen Dingen ablenkt (und prokrastiniert)?

Diese Gefühle haben – wie wir oben schon angesprochen haben – nichts mit der Klausur oder dem Referat an sich zu tun. Denn sonst würde sich ja jede/r SchülerIn vor jeder Prüfung genau gleich fühlen und sich genau gleich verhalten. Es gibt aber auch viele, die zwar aufgeregt sind, aber sich herausgefordert fühlen und ein gutes Gefühl vor einer Prüfung haben. Undenkbar? Nein, eigentlich nicht.

Die hier vorgestellten Ideen stammen aus der Psychologie und sollen dir dabei helfen, dir klarzumachen, woher die eigenen Gefühle überhaupt stammen.

Aber sind Gefühle nicht einfach so da? Ich dachte immer, dass mich Gefühle einfach so überkommen und ich nichts dagegen machen kann?

In der Psychologie geht man tatsächlich davon aus, dass wir selbst unsere Gefühle beeinflussen können – und dies unbewusst (!) auch ständig tun. Dafür müssen wir aber zunächst einmal ergründen, was hinter unseren Gefühlen steckt. Es existiert ein sehr einfaches Modell, mit Hilfe dessen wir uns unsere Gefühle und das, was sie beeinflusst, einmal genauer anschauen können. Es nennt sich das A-B-C-Modell.

Grundlage dieses Modells ist der Gedanke, dass nicht die Dinge (bspw. Prüfungen) unsere Gefühle (bspw. Panik, Stress) auslösen, sondern unsere Bewertung dieser Dinge (bspw.: Ich werde komplett versagen und dann schaffe ich mein Abitur sicherlich nicht).

Die meisten Menschen gehen davon aus, dass ein Ereignis (A, aus dem Englischen: Activating event) zu einer bestimmten emotionalen Konsequenz und zu einer Konsequenz auf der Verhaltensebene (C) führt.

Los gehts!

Menschen reagieren unterschiedlich

Denkt einmal darüber nach, wie unterschiedlich Menschen, die ihr kennt, auf ein und dasselbe Ereignis (A) reagiert haben. Ereignisse können hier zum Beispiel eine Trennung, eine schlechte Note, eine vergeigte Prüfung oder ähnliches sein. Was haben die Menschen, die sich nicht haben unterkriegen lassen, anders gemacht als diejenigen, die an dem Ereignis verzweifelt sind und vielleicht sogar aufgegeben haben? Macht euch Notizen. Was könntet ihr von diesen Menschen lernen? Welche Emotionen würdet ihr auch gerne so fühlen, welche Verhaltensweisen würdet ihr so auch gerne an den Tag legen?

Die eigenen Gefühle in den Griff bekommen

Die große Frage ist natürlich, wie ihr dorthin gelangen könnt, nützliche und für euch gut funktionierende Verhaltensweisen an den Tag zu legen und Gefühle zu verspüren, die euch bei der Bewältigung von Prüfungen helfen.

Die Antwort auf diese Frage folgt jetzt: In der Psychologie geht man nämlich davon aus, dass zwischen den Schritten A und C noch ein weiterer erfolgt. Dieser Schritt findet kaum merklich, also unbewusst, statt und hat etwas mit unseren Überzeugungen, Gedanken, den Ideen, die wir von uns selbst und anderen Menschen haben, sowie unseren Bewertungen zu tun. Hier seht ihr das komplette A-B-C-Modell:

Die gute Nachricht hier ist: Wir können an unseren Bewertungen und Überzeugungen arbeiten und haben damit auch im Griff, wie sich ein Ereignis (A) auf unsere Gefühle und Handlungen auswirkt (C). Dies erfordert ein bisschen Ausdauer und lässt sich nicht über Nacht erreichen – es ist aber ein spannender und lohnenswerter Weg und lässt sich praktisch auch auf alle anderen Bereiche eures Lebens anwenden, die ihr zunächst als herausfordernd, beängstigend oder „unschaffbar“ empfindet.

Los gehts!

Erkenne deine Einstellungen

Sobald du deine ganz eigenen Überzeugungen identifiziert hast, stelle dir bitte einmal folgende Fragen:

  • Ist es wahr, dass du es nicht aushältst, so viel zu lernen?
  • Bist du wirklich nichts mehr wert, wenn du die Schule nicht schaffen solltest?
  • Ist es wahr, dass du „einfach so“ schlecht in der Schule bist, oder gäbe es Wege, das zu ändern? Schrittchen für Schrittchen zum Beispiel, wie Beppo?
  • Stimmt es, dass du in deinem Leben keinen tollen Beruf ausüben könntest, wenn du die Klausur verhaust?
  • Und: Was ist eigentlich das Schlimmste, was passieren könnte, wenn du die Klausur nicht bestehst/ das Abi abbrechen musst? Bedeutet es das Ende der Welt? Oder gäbe es nicht noch andere Alternativen? Das bedeutet nicht, dass es dazu kommen muss oder du es gut finden musst, wenn du die Schule nicht schaffst. Aber du wirst sehen, dass es definitiv noch andere Wege gibt – und nicht jeder Lebensweg ist immer geradlinig. Und das ist auch total okay so!

Abschließend möchte ich noch einmal betonen: Dieses Kapitel sollte euch zeigen, dass ihr euren negativen Gefühlen und Ängsten nicht hilflos ausgeliefert seid, sondern sehr wohl etwas tun könnt, um euch im Hinblick auf Klausuren und Prüfungen besser zu fühlen und diese sowohl fachlich, emotional als auch körperlich und organisatorisch besser zu bewältigen.

Die hier vorgeschlagenen Techniken führen außerdem dazu, dass ihr euch besser kennenlernen könnt und so die Möglichkeit habt, auf eine Vielzahl von Herausforderungen, Belastungen oder stressigen Situationen entspannter zu reagieren.

Klar, es erfordert ein bisschen Reflexion und die Bereitschaft, mal ganz genau in uns selbst hineinzuschauen. Und das kann manchmal auch anstrengend oder ungewohnt sein. Aber mit den hier vorgeschlagenen Methoden erhältst du etwas sehr Wertvolles: Die Kontrolle über deine Gefühle und ungesunden Verhaltensweisen und die Möglichkeit, diese positiv zu beeinflussen und zu verändern.

Ein letzter Punkt ist wichtig: Es geht hier wirklich nicht darum, dass ihr Prüfungen jetzt so richtig toll finden und euch darauf freuen sollt. Die A-B-C-Methode kann euch aber dabei helfen, vor Prüfungen keine Angst, Verzweiflung oder Panik mehr zu empfinden. Denn diese Gefühle machen uns handlungsunfähig, lähmen uns und führen zu ungesunden und nicht hilfreichen Verhaltensweisen. Aufregung, ein Gefühl der Herausforderung oder der Anstrengung sind total in Ordnung. Denn diese Gefühle lähmen euch nicht, sondern helfen euch, das Beste aus euch herauszuholen und die Herausforderung anzunehmen und zu bewältigen!

Um noch einmal zum Anfang zurückzukommen: So komisch es klingen mag, ich finde, die A-B-C-Methode zeigt sehr schön, wie viel Wahrheit in der Aussage von Epiktet liegt, dass es nicht die Dinge sind, die uns beunruhigen, sondern unsere Vorstellungen von den Dingen und unsere Meinungen dazu.

 

Viel Freude beim Ausprobieren und Verändern eurer Vorstellungen und Meinungen von Prüfungen und viel Erfolg!

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